Renten

Es gilt der Grundsatz "Eingliederung vor Rente": Die IV-Stellen prüfen den Rentenanspruch einer versicherten Person erst, wenn das Potential zur Wiedereingliederung ausgeschöpft ist und keine Aussichten mehr auf die Wiederherstellung oder Erhöhung der Erwerbsfähigkeit bestehen. Dabei ist nicht nur die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf ausschlaggebend. Wenn diese durch gesundheitliche Probleme stark beeinträchtigt ist, muten die IV-Stellen der versicherten Person auch eine Umschulung und den Wechsel in einen neuen Aufgabenbereich zu.

Anspruch auf IV-Rente

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben demnach versicherte Personen, die aufgrund einer Beeinträchtigung ihrer körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit auch nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ganz oder teilweise erwerbsunfähig bleiben oder sich nicht mehr in ihrem Aufgabenbereich (zum Beispiel Haushalt) betätigen können.

Je nach Grad der Invalidität kann auch der Anspruch auf einen Bruchteil einer ganzen Rente entstehen:

weniger als 40%                kein Anspruch
40% oder höher                Viertelsrente
50% oder höher                halbe Rente
60% oder höher                Dreiviertelsrente
70% oder höher                ganze Rente

Der Anspruch auf eine IV-Rente beginnt

  • frühestens nach einer einjährigen Wartezeit, während der die Arbeitsunfähigkeit im Durchschnitt mindestens 40 Prozent betragen hat. Nach Ablauf dieser Frist muss weiterhin eine Erwerbsunfähigkeit in mindestens gleichem Ausmass vorliegen.
  • frühestens sechs Monate nach dem Einreichen der Anmeldung bei der IV-Stelle, auch wenn die Arbeitsunfähigkeit schon länger andauert.
  • frühestens in jenem Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt.

Bemessung des Invaliditätsgrades

Für die Bemessung des Invaliditätsgrads ist ausschliesslich die Erwerbsunfähigkeit massgebend und nicht die Arbeitsunfähigkeit. Erwerbsunfähig ist, wer aufgrund des Gesundheitsschadens auf dem gesamten in Betracht kommenden Arbeitsmarkt keine Erwerbsarbeit mehr ausüben kann. Der Grad der Erwerbsunfähigkeit wird von der IV-Stelle festgelegt, indem sie einen Einkommensvergleich zwischen dem Einkommen ohne Gesundheitsschaden und demjenigen nach der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen bemisst. Im Gegensatz dazu bedeutet arbeitsunfähig, dass die versicherte Person aufgrund des Gesundheitsschadens im bisherigen Beruf oder im bisherigen Aufgabenbereich nicht mehr tätig sein kann. Der Grad der Arbeitsunfähigkeit wird durch den Arzt festgelegt.

Bei Nichterwerbstätigen bemessen die IV-Stellen den Invaliditätsgrad mit einem Betätigungsvergleich: Fachleute der IV-Stelle klären an Ort und Stelle ab, wie stark sich die Behinderung im bisherigen Aufgabenbereich, also zum Beispiel im Haushalt, auswirkt.

Bei teilweise Erwerbstätigen bemessen die IV-Stellen den Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen: im Erwerbsleben (Erwerbseinbusse) und im bisherigen Aufgabenbereich (Betätigungsvergleich).

Berechnung der Rentenhöhe

Ausschlaggebend für die Höhe der IV-Renten ist, wie lange die behinderte Person versichert und wie hoch ihr durchschnittliches Einkommen war

Erlöschen des Anspruches auf eine IV-Rente

Der Anspruch auf eine IV-Rente erlischt, wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind. Spätestens aber, wenn der IV-Rentner oder die IV-Rentnerin das AHV-Alter erreicht und somit Anspruch auf eine Altersrente hat.

Die IV-Stelle überprüft die bestehenden IV-Renten regelmässig und schätzt die Möglichkeiten der Wiedereingliederung der Bezügerinnen und Bezüger in den Arbeitsmarkt neu ein. Nach einer erfolgten beruflichen Eingliederung oder bei mangelnder Mitwirkung kann die Rente ebenfalls herabgesetzt oder aufgehoben werden.